02.05.2026
Bei den diesjährigen Schwetzinger Festspielen steht eine prominente Neuproduktion im Fokus: L’Orfeo von Claudio Monteverdi. In der Titelpartie ist Julian Prégardien zu erleben, der sich in den vergangenen Jahren als vielseitiger Interpret zwischen Lied, Klassik und Barock etabliert hat.
Die Inszenierung in Schwetzingen verspricht eine frische Auseinandersetzung mit dem mythologischen Stoff. Im intimen Rokokotheater dürfte die Produktion besonders stark auf die psychologische Dimension der Figur zielen: Orfeo nicht nur als Sänger, sondern als existenziell Getriebener zwischen Hoffnung und Verlust.
Prégardiens Zugang zur Partie lässt sich bereits aus seiner Einspielung mit Les Épopées unter Stéphane Fuget erahnen. Dort wurde seine Interpretation als ungewöhnlich risikofreudig beschrieben: Sie reiche von fragiler Innigkeit bis zu expressiven Ausbrüchen und stelle bisweilen dramatische Wahrhaftigkeit über vokale Schönklangideale.
Gerade diese Bereitschaft zum künstlerischen Risiko könnte der Schwetzinger Produktion ihre besondere Spannung verleihen. So wird „Orfeo“ hier nicht als museales Werk präsentiert, sondern als lebendiges Musiktheater, das die emotionalen Extreme der Figur unmittelbar erfahrbar macht.